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30. Dezember 2014

un frisson passe dans leurs cœurs



Austin-Rose 'Golden Celebration'


Belles frileuses qui sont nées
quand le soleil embrasse l’air
au premier souffle de l’hiver
les roses sont étonnées ...

Au lieu des tièdes matinées
ou riait l’azur frais et clair,
pourquoi ce ciel couleur de fer
pourquoi ces brèves journées?


Courbant le front languissamment,
elles ont le pressentiment
de leur courte vie épuisée ...


Un frisson passe dans leurs cœurs
et je crois bien qu’à la rosée,
elles mêlent parfois leurs pleurs. 



Paul Collin (1845 - 1915)

29. Dezember 2014









Wieder schwand ein Jahr -
und ich trage immer noch
Pilgerhut und -schuh

Matsuo Basho (1643 - 1694)
japanischer Haiku-Dichter

28. Dezember 2014










" ... die späten rosen
welkten noch nicht ganz ...
"



aus einem Gedicht von Stefan George

23. Dezember 2014

innehalten








"Eine Kerze abbrennen lassen und sich wirklich einmal die Zeit dazu nehmen, gar nichts weiter zu tun als dieses."

Verfasser unbekannt




PS:

"Mit den selbstauferlegten Zwängen nach viel Besitz verlieren wir oft den Blick für die kleinen Dinge des Lebens. Leben wir oder werden wir nur gelebt von unserem Besitz- und Geltungsstreben? Die Augenblicke, in denen wir innehalten, sind daher kostbar." (Voltaire)

5. Dezember 2014

letzte Blüten









"... noch eine Ros' am kahlen Strauch
fand im Advent ich aufgeblüht ..."


aus dem Gedicht "Letzte Blüten" von Paul Heyse (1830 - 1914)







Tantau-Rose 'Rosario'

30. November 2014

Advent








Wir wollen nach dir blicken,
o Licht, das ewig brennt,
wir wollen uns beschicken
zum seligen Advent!

aus einem Gedicht von Max von Schenkendorf (1783 - 1817) 






23. November 2014

strahlen-reicher Morgen-Glanz









"Da uns die Schönheit einer Welt,
wenn sie die Morgen-Sonne schmücket,
so unvergleichlich wohlgefällt,
und aus uns selber setzt, ja ganz entzücket;
welch eine Seelen-Lust muß sel'ge Geister rühren,
wenn sie mit geistigen verkläreten Gesichtern,
und nicht mit Augen nur; nein ganz,
den strahlen-reichen Morgen-Glanz
von so viel tausend Sonnen-Lichtern,
in hundert tausend Welten, spüren!"

aus dem Gedicht "Der Morgen" von Barthold H. Brockes (1680 - 1747)



22. November 2014

der Geruch des Herbstes zieht durch die Lüfte




"Vernimm auch Du des Herbstes Stimme,
Hör, was er sagt und folge ihm!"


Weder der zu traulichem Beisammensein ladende Winter noch der liebeglühende Frühling oder der Rosen spendende, Früchte reifende Sommer übt einen so ergreifenden Eindruck aus auf das menschliche Gemüth, wie der Herbst mit seinen welkenden Blumen, hinsterbenden Fluren und erbleichenden Farben.

Der große Zug nach der Mutter Erde, welchem selbst der Stärkste und Gewaltigste gehorsamen muß, zeigt triumphirend seine Herrschaft über die Natur. Das letzte Lied der Nachtigall ist verklungen; schief und schiefer fallen die Strahlen der Sonne; leer wird's auf Feld und Flur, und die schaffende Kraft will ausruhen von der segnenden Arbeit der verflossenen Wochen. Schon glänzt am Morgen der Reif auf den Spitzen der Gräser; der 'Nachsommer' löst sich von den Stoppeln, und 'eindringlich mild' zieht der Geruch des Herbstes durch die Lüfte.








Es ist die Zeit des Scheidens. Und wie die Gefühle des Herzens höher flammen in der Stunde des Abschiedes und alle Regungen des Inneren emporwallen in das thränenumflorte Auge, so sendet das Jahr die schönsten seiner Tage in den Herbst, und süße, beseligende Wemuth breitet sich über die weichen, sehnsuchtsathmenden Abende.

Und diese Weichheit, diese Sehnsucht bemächtigt sich des menschlichen Herzens. Sie mildert seine Leiden, verklärt seine Freuden und wirkt veredelnd auf alle seine Stimmungen. Wie an dem keuschen, unter dem Weh des Scheidens seufzenden und von hoffenden Wünschen geschwellten Busen der Geliebten, so ruht der Empfängliche in der Umarmung des Herbstes und saugt aus seinem Kusse die Ahnung, daß Glück und Seligkeit wohl fliehen, nicht aber uns für immer fern bleiben können.

Mag das Laub fallen und die Blume welken, es liegt doch im Fallen und Welken kein spurlos Verschwinden und Vergehen, sondern die liebe, alte Mutter Erde ruft ihre Kinder nur zurück, um sie verjüngt und verschönert wieder in's Leben zu führen. So ist auch der Tod nicht ein Aufhören alles Seins, sondern eine Zurückkehr zur ursprünglichen Kraft, um die Errungenschaften dieses Lebens für ein neues Bestehen zu verwerthen.

Denn wie da draußen in der Natur, so naht ein Herbst auch dem Menschenkinde, der ihm die Stirne furcht, das Haar lichtet und den Nacken beugt, der ihn zur ernsten Forschung stimmt und nach den Früchten seines Lebens fragt. Wie manch' stolzer Mann wird da der tauben Aehre gleichen, welche ihr Haupt hoch heben darf, weil es keine Körner trägt, und wie Mancher mag da am Boden kriechen, weil ihn die Last und Sorge der Arbeit niederdrückt! 'Säen muß man hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens' klingt's im alten Kirchenliede; aber nicht dort erst, sondern schon hier beginnt diese Ernte und
'wohl dem Baume, welcher Früchte trägt,
wenn die Hand des Alters an ihr rüttelt!'"

"Herbstgedanken" von Karl May (1842 – 1912)





14. November 2014

verblühst du schon?



'The Wedgwood Rose'
(Austin)




Du verblühst schon, holde Rose,

weckt dich nicht der Sonne Strahl?
O, du liebe, kleine, lose,
o, erblühe noch einmal!










Einmal öffne noch die Hülle,

sieh, ich will bescheiden sein,
einmal lass mich noch der Fülle
deines Glanzes voll erfreun!

aus dem Gedicht "Verblühst du schon?" von Rainer Maria Rilke




10. November 2014

wie Duft von tausend Küssen und Tränen




































Das Laub, das im Sommer so rauschend sang,
das Laub ist von den Bäumen gestiegen.
Voll stiller Blätter, gelb und braun,
liegen noch stiller die stillen Wege.


Wie Duft von tausend Küssen und Tränen
schweben Nässen über den Blättern,
über den tausend herben Blättern,
die nun sterben.


Max Dauthendey

5. November 2014

obwohl ein Nichts sie hielt









"Die Blätter saßen an den Ästen, obwohl ein Nichts sie hielt; es fehlte ihnen der Entschluß abzufallen."

Rainer Maria Rilke


4. November 2014

sprich mit den bleichen bildern ohne schaudern






"Ob schwerer nebel in den wäldern hängt:
Du sollst im weiterschreiten drum nicht zaudern ·

Sprich mit den bleichen bildern ohne schaudern ·

Schon regen sie sich sacht hinangedrängt ..."


aus einem Gedicht von Stefan George (1868 - 1933)

2. November 2014

dort, im stillen Garten








"dort, im stillen Garten ... ich möchte stundenlang da stehen ...

welkes Laub liegt auf dem Boden und welkes Laub hängt an den Bäumen, im Schimmer einer fernen Sonne ...

ich hab es immer nur so gesehn ... in sturmlos hellem klarem Herbst ... und könnte mir auch kaum recht denken, wie es hier anders werden sollte, oder was ein Frühling hier wollte ..."

aus "Der stille Garten" von Cäsar Flaischlen (1864 - 1920)


22. Oktober 2014

Herbsttag, du milder Gast








Mit dankbarem Gemüte
hinnehm ich deine Güte,
Herbsttag, du milder Gast,
der du mich reich beschenktest,
den Sinn ins Klare lenktest ...

Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)

20. Oktober 2014

ich will den Herbst!







 
"Herbst? Warum nicht, ich will den Herbst! Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender denn der Frühling wenn er kommt mit seinem Willen zur Verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schließlich fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört? Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut; in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen."


Rainer Maria Rilke


9. Oktober 2014



*klick*

5. Oktober 2014

fraîche claire rose



Tantau-Rose 'Romanze'




T'appuyant, fraîche claire
rose, contre mon oeil fermé -,
on dirait mille paupières
superposées

contre la mienne chaude.
Mille sommeils contre ma feinte
sous laquelle je rôde
dans l'odorant labyrinthe.


 Rainer Maria Rilke







28. September 2014

Rose, du trinkest himmlischen Tau






"Laßt uns in den Garten gehen, schönes Lieb, damit wir sehen, ob der Blumen Ehr, die Ros, so eure Farb gezeiget, da sie heut der Tau aufschloß, ihre Pracht noch nicht abneiget. Sieh doch, von wie wenig Stunden ihre Schönheit überwunden, wie zu Grund liegt all ihr Ruhm! Wie sollt man, Natur, dich ehren, da du ein solch Blum einen Tag kaum lasset wehren? Was ist es dann, daß ihr fliehet, indem euer Alter blühet, von meinet Lieb Süßigkeit? Ach, genießet eurer Jahren! Die Zeit wird eure Schönheit nicht mehr, dann die Rosen sparen."


Georg Rudolf Weckherlin (1584 - 1653)











"Rose, wie bist du reizend und mild! Du bist der Unschuld liebliches Bild. Rose, du trinkest himmlischen Tau, schmückest den Busen, Garten und Au. Du, die zur Gabe ich mir erkor, lächelst aus Dornen freundlich hervor. Sendest noch sterbend Düfte uns zu Rose, du Holde! Leben und sterben will ich wie du."


Johann Jakob Ihle (1702 - 1774)









"Wie dein Strahl, so leicht, so rein, kann kein Hauch, kein Seufzer sein. Doch er weckt mich nicht: Ich muß harrn auf heißer Tage Kuß, auf den Zarn im Krönungskranz; nur für ihn birgt Morgenglanz Duft und Schönheit, unerkannt, unterm Tau aus Diamant."


Afanassi Afanassjewitsch Fet (1820 - 1892)












"Nützet sie weise, die seligen Stunden, pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's! Rasch, wie die flüchtigen, süßen entschwunden, welket die Blüte im Sturmesgebraus! Kälter in Schmerzen werden die Herzen, stumm sind die Klänge, das Lied ist aus!"


Richard Schmidt-Cabanis (1838 - 1903)









"Die Rose stand im Tau, es waren Perlen grau, als Sonne sie beschienen, wurden sie zu Rubinen." 


Friedrich Rückert (1788 - 1866)




alle Fotos heute morgen um kurz nach 9 Uhr im Garten aufgenommen




25. September 2014

"Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur,
mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat."

J. W. von Goethe




noch blüht sie im Garten ...
und immer noch betört sie mit ihrem wundervollen Duft ...
Tantau-Rose 'Augusta Luise'




22. September 2014

wie ... Nichtmehrgetragenes,
dem nichts mehr geschieht ...







So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
hinter den Blütendolden, die ein Blau
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

Sie spiegeln es verweint und ungenau,
als wollten sie es wiederum verlieren,
und wie in alten blauen Briefpapieren
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

Verwaschnes wie an einer Kinderschürze,
Nichtmehrgetragnes, dem nichts mehr geschieht:
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze. 

aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke





18. September 2014

was dann?









"Was, wenn du schliefest ... und was, wenn du in deinem Schlafe träumtest? Und was, wenn du in deinem Traum zum Himmel stiegest und dort eine seltsame und wunderschöne Blume pflücktest? Und was, wenn du erwachtest, und du die Blume in deiner Hand hieltest? Ach, was dann?"



 Samuel Taylor Coleridge
(1772 - 1834)

16. September 2014

uns aber bist du die volle zahllose Blume

 


Austin-Rose 'Golden Celebration'


 
Rose, du thronende, denen im Altertume
warst du ein Kelch mit einfachem Rand.
Uns aber bist du die volle zahllose Blume,
der unerschöpfliche Gegenstand.  












In deinem Reichtum scheinst du wie Kleidung und Kleidung
um einen Leib aus nichts als Glanz;
aber dein einzelnes Blatt ist zugleich die Vermeidung
und die Verleugnung jedes Gewands. 



aus einem Gedicht
von Rainer Maria Rilke



 

14. September 2014

solange Rosen noch dein Herz erfreuen




'Uetersener Klosterrose' 





Daß es doch immer wieder Rosen gibt,
das ist so tröstlich auf der Lebensreise;
sie stehn am Wege und sie grüßen leise,
und keine Sorg' und Mühe darf dich reuen,
solange Rosen noch dein Herz erfreuen.
Daß es doch immer wieder Rosen gibt,
das ist so tröstlich auf der Lebensreise.


Theodor Storm
14. September 1817 - 4. Juli 1888








12. September 2014






Jede sprossende Pflanze,
die mit Düften sich füllt,
trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt. 


 
aus einem Gedicht
von Emanuel Geibel
(1852–1815)

 

Tantau-Rose 'Heidi Klum'