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12. Juni 2017

und manchmal in einem alten Buche
ein unbegreiflich Dunkles angestrichen












"Mit der Zeit steht in einem Buch das Zehnfache von dem, was es wirklich gedruckt enthält; ich lese meine eigenen Erinnerungen und Gedanken immer wieder mit."(Rainer Maria Rilke)








3. Juni 2017

cueillez votre jeunesse comme à cette fleur







"Mignonne, allons voir si la rose
Qui ce matin avait déclose
Sa robe de pourpre au soleil,
A point perdu cette vesprée
Les plis de sa robe pourprée,
Et son teint au votre pareil.


Las ! voyez comme en peu d’espace,
Mignonne, elle a dessus la place,
Las, las ses beautés laissé choir !
O vraiment marâtre Nature,
Puisqu’une telle fleur ne dure
Que du matin jusques au soir !

Donc, si vous me croyez, mignonne,
Tandis que vôtre âge fleuronne
En sa plus verte nouveauté,
Cueillez, cueillez votre jeunesse :
Comme à cette fleur, la vieillesse
Fera ternir votre beauté."



"Odes", I, 17
Ronsard (1524, Vendômois), XVIème

2. Juni 2017

Herzblut






"So blühen sie auf, so gehen sie hin;
und ist in allen mein Herzblut darin
- und du weißt nicht davon ..."


(Rudolf Binding)

31. Mai 2017

Aufgehn ohne Ende


*klick*







"Lautloses Leben, Aufgehn ohne Ende,
Raum-brauchen ohne Raum von jenem Raum
zu nehmen, den die Dinge rings verringern,
fast nicht Umrissen-sein wie Ausgespartes
und lauter Inneres, viel seltsam Zartes
und Sich-bescheinendes – bis an den Rand:
ist irgend etwas uns bekannt wie dies?"


(Rainer Maria Rilke)



11. Mai 2017

unter den rosen barg ich mein herz




*Fotoanklick*


"Ich barg mein herz in ein nest von rosen

weit von dem sonnenweg niederwärts · 
so weich kann nicht weicher schnee mit ihm kosen –
unter den rosen barg ich mein herz. 
Was wollt es nicht schlummern? was sollt es nicht weilen
wenn niemals ein blatt von dem rosenbaum schwang?"


(Stefan George) 

6. Mai 2017

doch lose nur haftet ihre Pracht








" ... doch lose
nur haftet ihre Pracht - 
streift deine Lust sie, 
hältst du über Nacht 
die welken Blätter
in der heissen Hand ..."

Thekla Lingen

(1866 - 1931)




3. Mai 2017

in das sinnige weiss








"und tauchst du dein aug in das sinnige weiss
so sprich:
in dieser blüte beschau ich ein stück meines lebens"

(Stefan George)



1. Mai 2017

Canticum Canticorum




*klick*



"Da stund ich auf meinem Freunde zu öffnen, meine Hände troffen von Myrrhen, Myrrhen liefen über meine Hände an dem Riegel am Schloss. Ich öffnete meinem Freund, aber er war weggeschlichen, hingegangen. Auf seine Stimme kam ich hervor, ich sucht ihn und fand ihn nicht, rief ihm, er antwortet nicht. "


aus "Das Hohe Lied Salomos",
in der Übertragung von Johann Wolfgang von Goethe



27. April 2017

Bird's lament





*klick*



"Grauer Vogel in den Zweigen
Einsam deine Klage singt ..."

(Nikolaus Lenau)



26. April 2017

Sehnsüchtig!








"Aus weissen Wolken / baut sich ein Schloss. // Spiegelnde Seen, selige Wiesen, / singende Brunnen aus tiefstem Smaragd! // In seinen schimmernden Hallen / wohnen / die alten Götter. // Noch immer, / abends, / wenn die Sonne purpurn sinkt, / glühn seine Gärten, / vor ihren Wundern bebt mein Herz / und lange ... steh ich. // Sehnsüchtig! // Dann naht die Nacht, / die Luft verlischt, / wie zitterndes Silber blinkt das Meer, / und über die ganze Welt hin / weht ein Duft / wie von Rosen." 


Arno Holz (26. April 1863 - 26. Oktober 1929)

23. April 2017

ich versteckte meine Liebe auf ein Blättchen dieses Buches










"Ich versteckte meine Liebe
auf ein Blättchen dieses Buches,
daß des flüchtigen Besuches
dauerndes Gedenken bliebe.

Tage gehen, Monde gehen,
Jahre gar, du wirst indessen
ganz des kleinen Buchs vergessen,
kaum mit einem Blick es sehen.

Aber einst in stillen Tagen
locken dich die Goldschnittrände,
nimmst es wieder in die Hände,
seine Blätter umzuschlagen.

Und dann wirst du lächelnd lesen
das bekannte, neu entdeckte,
laut gesungne, fein versteckte
Lied, wie gut ich dir gewesen."




Peter Carl August Cornelius
(1824 - 1874)

20. April 2017

"Ich fühle, wie ich weiße Blüten trage"





"Ich will nicht langen nach dem lauten Leben
und keinen fragen nach dem fremden Tage:
Ich fühle, wie ich weiße Blüten trage,
die in der Kühle ihre Kelche heben ..." 


 (Rainer Maria Rilke)



14. April 2017

das Leben ist Geschmackssache







" ... Von drüben her sehe ich ernste freundliche Blicke winken: die kopflose Königin, die kopflose Königin – Mitgefühl, mich mit weichen Armen erwartend ... Eure Gebote gelten für Unmündige; ich trage mein Freibillett in mir. Sinkt die Schale, dann flattert der Falter davon; das Trugbild geniert nicht mehr. – Ihr solltet kein tolles Spiel mit dem Schwindel treiben! Der Nebel zerrinnt; das Leben ist Geschmackssache ..."
  
aus "Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind


10. April 2017

125. Geburtstag Alfred Kubin

10. April 1877 - 20. August 1959

"Die Menschen wollen das Leben enträtseln.
Mir aber macht erst sein Geheimnis das Leben schön und lebenswert."


9. April 2017

Charles Baudelaire

9. April 1821 - 31. August 1867

"Man muß träumen wollen, um träumen zu können."

8. April 2017

gegen das Vergessen

erinnere ich heute an den Todestag von Max Herrmann-Neiße, der unverwechselbare Schriftsteller der Weimarer Republik, dessen Gedichte mit zu den schönsten gehören, die in deutscher Sprache geschrieben wurden; er floh vor den Nazis ins Exil und starb am 8. April 1941 in London



"Ich will mein Haupt in deine Hände legen,
die Augen schließen ... (unsre Liebe singt) ...
und nichts mehr fühlen als den kühlen Segen,
der meiner Stirn jetzt endlich Frieden bringt."


aus "Flucht in die Liebe" von Max Herrmann-Neiße (1886 - 1941)





"Die schönste Harmonie entsteht
durch Zusammenbringen der Gegensätze."
Heraklit von Ephesus


5. April 2017

"Blicke in die schöne Natur
und beruhige dein Gemüt über das Müssende."
(Ludwig van Beethoven)




"Nur einige Worte heute ... warum dieser tiefe Gram, wo die Notwendigkeit spricht? Kann unsre Liebe anders bestehn als durch Aufopferungen, durch nicht alles verlangen? Kannst du es ändern, dass du nicht ganz mein, ich nicht ganz dein bist? – Ach Gott, blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüt über das Müssende – die Liebe fordert alles und ganz mit Recht, so ist es mir mit dir, dir mit mir – , nur vergisst du so leicht, dass ich für mich und für dich leben muss – wären wir ganz vereinigt, du würdest dies Schmerzliche ebenso wenig als dich empfinden ... auch heute kann ich dir meine Bemerkungen nicht mitteilen, welche ich während dieser einigen Tage über mein Leben machte – wären unsre Herzen immer dicht aneinander, ich machte wohl dgl. Die Brust ist voll, dir viel zu sagen – ach – es gibt Momente, wo ich finde, dass die Sprache noch gar nichts ist ..."

(aus einem Liebesbrief Ludwig van Beethovens
an die "unsterbliche Geliebte" Therese Brunswick)



1. April 2017

wenn die Kirschblüten blühn










"An mancherlei kommt die Erinnerung,
wenn die Kirschblüten blühn,
- an mancherlei,
 was man geträumt, getan, 
da man verliebt und jung."




 Matsuo Bashō
- japanischer Haiku-Dichter -
(1644 – 1694) 



30. März 2017

in meine Seele ist ein Strahl vom Himmel mir gedrungen










" ... in meine Seele ist ein Strahl
vom Himmel mir gedrungen,
und nun sind Blüten ohne Zahl
wie draussen aufgesprungen ..." 


aus dem Gedicht "Frühling" von Karl May,
der heute vor 105 Jahren starb


26. März 2017

dunkel rauscht die Sehnsucht her und hin






"Du weisst, wir bleiben einsam: du und ich,
wie Stämme, tief in Gold und Blau getaucht,
mit freien Kronen, die der Seewind streift;
so nah, doch ganz gesondert, ewig zwei.
Und zwischen beiden webt ein feines Licht
und Silberduft, der in den Zweigen spielt,
und dunkel rauscht die Sehnsucht her und hin."


Paul Wertheimer
(1874 - 1937)



24. März 2017

wie unglaublich gut es doch tut,
ab und an darin zu lesen




"Im offnen leben wo ihr alle euch gleichet ·
Wo ihr fast niemals wie ihr fühlet saget ·
War manches kommen doch von starkem zittern ·
War manche trennung voll zerdrückter tränen ·
Es waren tage gross wo ihr euch gabet ·
Wo ihr die schleier eurer klugheit risset
Und abends wo nichts geschah doch töne
Und blicke fielen ewigen angedenkens."





die Sammlung widmete Stefan George im übrigen seiner Schwester Anna Maria Ottilie; sie geht zurück auf Friedrich Hölderlins Elegie "Menons Klagen um Diotima", in der es am Ende der letzten Strophe heißt: "Wo die Gesänge wahr, und länger die Frühlinge sind / Und von neuem ein Jahr unserer Seele beginnt"



22. März 2017

Zeichen des jungen Frühlings









" ... nun grüßen dich, wie über Nacht die Zeichen
des jungen Frühlings durch die Fenster her,
die neuen Schauer, die durch deine Seele streichen ..."

aus "Betörung" von Ernst Stadler (1883 - 1914)


21. März 2017

ein Stück Unsterblichkeit









"Der Frühling ist eine echte Auferstehung,
ein Stück Unsterblichkeit."


Henry David Thoreau
 (1817 - 1862)





8. März 2017

Labsal eines Augenblicks







"Ein Veilchen in der Jugend der Natur, frühzeitig, nicht beständig - süß, nicht dauernd, nur Duft und Labsal eines Augenblicks." 

William Shakespeare
(1564 - 1616)




7. März 2017

Kunstmuseum "Kolumba", Köln



zum Vergrößern bitte die Fotos anklicken




































































"Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern nichts mehr weglassen kann."


(Antoine de Saint-Exupéry)